Das himmlische Kind...

...hat uns in den letzten Tagen mehr beschaeftigt, als uns lieb war. So schoen sich die Landschaft in "suedlich" veraendert, so stark veraendert sich auch der Wind in "orkanlich". Auf der gestrigen Etappe hat dieser jedenfalls sein Bestes gegeben, nicht nur die Orangenpalmen, Dattelpalmen und Olivenbaeumen von seinen Fruechten zu befreien, sondern auch uns von unseren Mofas. Wenn man von Windboeen erfasst wird, die einen auf der Strasse voellig unverhofft zwei Meter in Richtung Mittelstreifen versetzen, dann steigert das nicht unbedingt das Fahrvergnuegen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Luftsaeulen, die die entgegenkkommenden und ueberholenden LKWs vor sich herschieben, genau das Gegenteil bewirken. Wir werden zum Spielball eines unsichtbaren Feindes. Teilweise muss ich lauthals loslachen, wenn Lorenz versucht in windschnittiger Haltung, tief ueber den Lenker gebeugt, die Windkante bergauf moeglichst widerstandsfrei zu bewaeltigen. Wie gut, dass es da den Seitenstreifen gibt, der uns mittlerweile zu einem besten Freund geworden ist. Fuer vorbeifahrenden Autos muss das ganze Unterfangen geradezu absurd wirken: zwei ueberpackte Vollidioten auf dem Seitenstreifen, in Rennposition, auf 30 Jahre alten Schuesseln, mit 25km/h.

Doch der Wind kann noch mehr. Zum Beispiel den Schlaf rauben. Wenn nachts das Zelt Geraeusche macht, als wuerde ein Riese permanent mit einer ueberdimensionalen Fliegenklatsche draufhauen, laesst mich allmaehlich das Gefuehl nicht mehr los, dass wir uns mit unserem Vorhaben direkt mit dem Universum angelegt haben.

Wie auch immer, fest steht jedenfalls, dass wir trotz aller Widerstaende vergangene Nacht in Valencia aufgeschlagen sind. Beherbergt wurden wir dort, nach unserer 220 Kilometerrutsche, von Matze. Der leidenschaftliche Kletterer, der seit vergangenen Januar hier wohnt und uns meisterlich bekocht hat, wurde uns vermittelt von unserer guten Home-Office-Seele Svenja. Euch beiden Dank an dieser Stelle.
An selber Stelle will ich aber auch einmal die Gelegenheit wahrnehmen, all denjegigen zu danken, die diese Zeilen vermutlich nicht lesen koennen, ohne die unser Trip bis zu diesem Zeitpunkt aber gar nicht moeglich gewesen waere. Angefangen bei allen Mechaniker, die uns bisher fast immer umsonst geholfen haben, ueber den Geleitschutz, der uns aus der Strassenhoelle Barcelonas in Richtung Sueden fuehrte, bis hin zu den naechtlichen Herbergen bei neu gewonnen Freunden und alten Bekannten - es ist wirklich unglaublich, wie hilfsbereit uns ueberall gegnet wird.

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